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09.01.12

Zu den Steinbrüchen des Naumburger Westchors

Woher stammen die Natursteine des Naumburger Westchors? Das Naumburg Kolleg begab sich im Naumburger Umland auf Spurensuche.

Exkursionsziele waren neben ausgewählten Orten, Burgen und Schlössern der Saale-Unstrut-Region die historischen Steinbrüche am Himmelreich, um Obermöllern, Zscheiplitz und Balgstädt. Reinhard Schmitt, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt begleitete das Naumburg Kolleg nach Freyburg (Schloss Neuenburg und Stadtkirche), Goseck (ehemalige Klosterkirche und Schloss), Bad Kösen (Romanisches Haus, Rudelsburg) und Naumburg (Ägidienkurie).

 

Prof. Dr. Heiner Siedel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geotechnik der TU Dresden und Honorarprofessor an der HfBK Dresden, stellte die Ergebnisse seiner im Rahmen des Naumburg Kollegs angefertigten geowissenschaftlichen Studie zur Herkunft der verwendeten Natursteine vor:

 

Der Naturraum des Saale-Unstrut-Tals bietet sehr günstige Verhältnisse zur Gewinnung von Naturstein für die Errichtung von Bauwerken wie des Naumburger Doms. Zudem erlauben die schiffbaren Flüsse einen relativ einfachen Transport von nahe am Wasser gelegenen Steinbrüchen zur Dombaustätte.

Als wichtigstes Bau- und Bildhauergestein des Naumburger Doms ist Muschelkalk, insbesondere Freyburger Schaumkalk zu nennen. Die charakteristische schaumige Struktur dieses Muschelkalks geht einher mit Einlagerungen von Fossilresten bzw. deren Hohlformen. Sowohl an den Stifterfiguren als auch an den Lettnerreliefs sind diese Merkmale sichtbar. Mit diesem Naturstein stand dem Naumburger Meister ein leicht zu verarbeitendes Material zur Verfügung. Kompromisse waren dennoch nötig. Die relativ geringe Mächtigkeit der Muschelkalkbänke in den Steinbrüchen begrenzte die Größe der zu gewinnenden Rohblöcke. Wurden größere Werkstücke benötigt, so musste ein „liegender Block“ gebrochen werden. Generell war das Vorkommen großformatiger Rohblöcke, wie z.B. für die Stifterfiguren und Lettnerreliefs benötigt, limitiert. Der Bildhauer musste also gewisse Qualitätsmängel (inhomogene Oberfläche durch schichtweise fossile Einschlüsse) in Kauf nehmen.

Die Frage, aus welchen Steinbrüchen genau die Natursteine im Naumburger Westchor stammen, kann nicht endgültig beantwortet werden. Viele historische Steinbrüche sind heute nicht mehr zugänglich oder die Vorkommen abgebaut. Eine umfangreiche Beprobung regionaler Steinbrüche und der verbauten Natursteine an den Skulpturen im Naumburger Westchor kam nicht in Frage. Stattdessen wurde diese Fragestellung allgemein geologisch-geomorphologisch angegangen. Günstige Vorrausetzungen für die Gewinnung sowie eine gute Transportlage spielten eine wesentliche Rolle bei der Auswahl von Steinbrüchen im Mittelalter. Die bereits bekannte Hypothese, wonach der Muschelkalk für den Naumburger Westchor aus den auch urkundlich erwähnten historischen Steinbrüchen bei Balgstädt stammt, konnte in dieser Untersuchung bekräftigt werden.

 

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In der ehemaligen Klosterkirche Goseck | Foto: Dominik Jelschewski

Im Steinbruch am Himmelreich | Foto Bernadett Freysoldt

Exkursion des Naumburg Kollegs: Prof. Dr. J. Schmude, S. Frank, Chr. Hans, D. Karl, D. Jelschewski, J. Menzel; B. Freysoldt (v.l.n.r., obere Reihe), Prof. Dr. M. Schuller, P. Bömer, A. Sembdner, T. Erthel, Prof. Dr. H. Siedel (untere Reihe) | Foto: Prof. Dr. Heiner Siedel

 


29.11.11

Publication of the anthology in May 2012

A limited number of anthologies is available at subscription price of 42,00 € plus postage costs. To order the anthology in advance send an email to:

naumburgkolleg@hfbk-dresden.de

17.11.11

Featuring Reglindis

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11.11.11

Conference of cathedral master builders

On the international meeting of cathedral master builders on 20th - 24th September 2011 in Naumburg the Naumburg Kolleg presented intermediate findings and results.

01.08.11

Trauer um Prof. Dr. Ulrich Schießl

In tiefer Trauer nehmen die Betreuer, Doktoranden und Koordinatoren des Naumburg Kolleg Abschied von ihrem Spiritus rector Prof. Dr. Ulrich Schießl, der am 25. Juli 2011 plötzlich und unerwartet verstorben ist.

23.05.11

Scientific Colloquium on "Polychrome stone sculpture of the 13th century"

teaser-polychrom-en

Polychrome Colloquium
13th to the 15th of October 2011 in Naumburg

» Conference Programme

02.02.11

Sciencemovies geht Online

Das Naumburg Kolleg im Kurzfilmformat - ab März 2011 werden die Filme via Internet einer breiten Öffentlichkeit kommuniziert.

01.02.11

Auf Augenhöhe mit Uta und Ekkehard

Woche des offenen Gerüstes vom 21. bis 27. Februar 2011 - das Naumburg Kolleg gibt Forschungsgerüst für Besucher frei

18.08.10

New ways of communicating science

Ten short films about the subprojects of the Naumburg Kolleg will present the project to a general public.

08.02.10

Naumburg Cathedral´s researching site in winter

Also in winter, the PhD students of the partial projects art technology and conservation sciences, natural sciences and building archaeology continue their studies on site in the unheated Naumburg Cathedral.

02.12.09

Presentation of the Naumburg Kolleg

Susanne Frank, PhD student in the sub-project tourism research presented the Naumburg Kolleg and its interdisciplinary approach within the International Conference “Tourism, religion and culture" from 27th to 29th October 2009 in Lecce/Italy.

22.09.09

The Statues and the Reliefs in 3D

In the course of the Naumburg Kolleg the company DI Josef Linsinger ZT - GmbH, based in St. Johann/Pg. in Austria, generates precise three-dimensional geometric models of the statues of the founders and the reliefs of the rood screen in the west choir.

26.08.09

Researching Site West Choir

Visitors of the Naumburg Cathedral are currently offered the experience of research at first hand. Since July 2009 eleven Phd students of six different special fields have been researching the west choir of the cathedral.

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